Haber&Bosch: Zwischen Genie und Wahnsinn
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00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu Hidden History, der heutigen Episode Hava & Bosch zwischen Genie und Wahnsinn.
00:00:17: Heute schauen wir uns zwei Chemiker an die das zwanzigste Jahrhundert ziemlich gut widerspiegeln.
00:00:23: auf der einen Seite steht der Drang nach wissenschaftlichem Fortschritt noch auf der anderen Seite auch der patriotische Warn im Ersten Weltkrieg und schließlich dann die dunklen Abgründe der deutschen Industrie von deutschen Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus.
00:00:40: Und damit kommen wir schon zu Kapitel eins, der Entdeckung von Brot aus der Luft.
00:00:46: Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts stand die Menschheit vor einer existenziellen Bedrohung.
00:00:51: Es drohte eine Hungersnot da natürliche Düngermittel wie beispielsweise aus Chile, die nicht mehr ausgereicht haben um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.
00:01:02: Also, die Weltbevolkerung hat zur Wende des zwanzigsten Jahrhunderts rasant zugenommen und man muss jetzt ein neues Verfahren entwickeln, um den Stickstoff aktiv aus der Luft zu gewinnen.
00:01:18: Und genau hier kommt Fritz Haber ins Spiel.
00:01:21: Er war Professor an der Technischen Universität in Karlsruhe.
00:01:30: Er schaffte das Stickstoff aus der Luft mit Wasserstoff zu Ammoniak zu verbinden.
00:01:37: Das Besondere hierbei, er hat es ganz mit einer kleinen Apparatur gemacht.
00:01:42: Aber man muss jetzt natürlich sagen dieser wissenschaftliche Triumph Der hat natürlich noch nicht ausgereicht um jetzt Düngemittel für Millionen Menschen herzustellen Da er letztendlich nur mit diesem kleinen Apparat eine geringe Menge an Ammoniac letztendlich als Reaktionsprodukt herstellen konnte.
00:02:02: Ja und genau hier wird Karl Bosch wichtig, der zweite Akteur.
00:02:08: Ihm ist es gelogen in einem Hochdruckverfahren mit vierhundert Grad Celsius verschiedenen Legierungen in einem Reaktor zu schaffen dass die Reaktoren damals, den unheimlichen Druck von dreihundert bar standhalten kann Temperaturen von über vierhundert Grad und dabei das Haber-Bosch Verfahren im groß industriellen Sinne möglich macht.
00:02:36: Und genau diese Fähigkeit kennt man heutzutage auch als Fähigkeit Brot aus der Luft herzustellen, da man mit diesem Kunstdünger so viele Menschen ernähren konnte.
00:02:46: Beide Chemiker dabei... ...Ninzehundrat achtzehn Fritz Haber und Karl Bosch, neunzehnteichzig den Chemie Nobelpreis erhalten haben!
00:02:57: Das Haber-Bosch-Verfahren wurde dabei international berühmt.
00:03:01: Beide Wissenschaftler bekamen internationale Ehrungen.
00:03:04: So gibt es heutzutage noch beispielsweise das Karl Bosch Museum in Heidelberg, dass an die Arbeiten von Karl Bosz erinnert und auch versucht einen aktiven Diskurs zu schaffen um einfach viele Menschen über seine Arbeit zu informieren.
00:03:20: Allerdings stellt dies nur die eine Seite der Medaille dar.
00:03:23: Und zwar den wissenschaftlichen Erfolg der beiden Chemiker.
00:03:26: Die andere Seite stellt den Missbrauch ihrer wissenschaftlichen Arbeiten dar.
00:03:30: Und genau das schauen wir uns jetzt an!
00:03:32: Im Kapitel II Klacher immer war und der Gaskrieg.
00:03:38: Fritz Haber stieg schon, bevor er die Grundlagen für die Ammoniac-Synthese lieferte, immer weiter in den wissenschaftliche Kreisen in Deutschland auf.
00:03:48: So wurde er zu Chemiker Treffen eingeladen so hatte er Vortrag an Universitäten gehalten und das schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:03:57: Dabei spielte sich sein Privatleben eher wie eine schlimme Tragödie ab.
00:04:02: Er war mit der Chemikerin Clara Immerwahr verheiratet und Clara ImmerWahr muss man sich vorstellen, sie war keine gewöhnliche Frau im deutschen Kaisereich.
00:04:13: Ich meine das Frauenbild im Kaiserei, es war ja eher... Man sollte als Hausfrau dienen, man sollte sich klar dem Staat unterordnen und man hatte seine Pflichten zu erfüllen.
00:04:24: Es war auch nicht vorgesehen dass man an die Universität gehen sollte, dass man promovieren sollte und dass man versuchen sollte in der Gesellschaft immer weiter aufzusteigen.
00:04:34: Sondern das Kaiserreich hatte klare Strukturen für Männern und Frauen vorgesehen und dabei wurden Frauen... Das muss man auch ganz klar sagen!
00:04:43: Auch ganz klar benachteiligt im Vergleich zu Männern.
00:04:46: Klare Immer war Die Ehefrau von Fritz Haber hat sich davon aber nicht abbringen lassen.
00:04:52: Sie hat schon im Jahr an der Universität Breslau promoviert.
00:04:58: Und sie war damit die erste deutsche Frau, die ein Doktortitel im Fach Chemie erworben hat.
00:05:07: Dabei wurden Clara immer wieder Steine in den Weg gelegt und man hat an ihrem Können gezweifelt.
00:05:14: Sie selber hat bei der Verteidigung ihrer Doktortheese gesagt ich schwöre dass ich niemals etwas lehren werde was mein Überzeugung widerspricht.
00:05:24: Und dann hat sie ganz klar gesagt, Sie möchte für die Wissenschaft stehen.
00:05:27: Und sie möchte nicht als Hausfrau zu Hause bleiben sich nur um die Kinder kümmern sondern ihr Ziel ist es die Wissenschaft voranzubringen und das hat sie in dem Bereich der physikalischen Chemie erst mal gemacht.
00:05:40: Sie hat sich mit der Löslichkeit von Salzen beschäftigt also vor allen Dingen von schwerlöslichen Storfen wie beispielsweise Quecksilber hat diese erforscht und hat damit vor allen Dingen genaue Messungen durchgeführt.
00:05:54: Und somit gezeigt, dass diese Stoffe auch exakt messbar sind.
00:06:00: es gibt neue Messmethoden und damit die Chemie ein Stück weit vorangebracht.
00:06:06: So nach der Heirat mit Fritz Haber hat sie gehofft genauso wie er eine gleichberechtigte Forscherin sein zu können vielleicht auch mit ihm zusammenarbeiten zu können und sie dann zusammen nach Karlsruhe gezogen.
00:06:21: Und das Problem war, sie wurde dort oft diskriminiert.
00:06:24: Man muss sich vorstellen es waren damals fast ausschließlich männliche Laborkollegen.
00:06:31: Frauen werden überhaupt für Sekretärarbeiten zuständig aber wirklich für die Labordurchführungen.
00:06:39: da wurden Männer eingesetzt und haben sie einfach herablassen behandelt und hat ihr nicht den Zugang gegeben für die chemischen Prozesse.
00:06:48: Und zu Hause hat Clara immer war auch keine Unterstützung von ihrem Mann bekommen, denn für Fritz Habergeiz auch das klassische Familienbild der damaligen Zeit.
00:06:59: Sie sollte zuhause bleiben, sollte sich um die Kinder kümmern und als letztendlich auch in two Jahrzehnte ihr erster Sohn Hermann Haber auf die Welt gekommen ist dann sollte Clara sich um ihn kümmern Und klarer immer war, ist mit ihrer neuen Rolle sehr unzufrieden.
00:07:18: Denn so Hermann ist auch krank.
00:07:21: also sie muss sich besonders viel um ihn kümmern und sie selber schreibt lieber noch zehn Doktorarbeiten was nochmal verdeutlicht Sie wäre lieber nochmal in die Uni gegangen hätte trotzdem ganzen gesellschaftlichen Druck und den ganzen Hürden hatte sie es nochmal versucht weitere Doktortitel, weitere wissenschaftliche Arbeiten zu erreichen.
00:07:43: Anstatt jetzt einfach nur zu Hause zu bleiben um das Kind zu kümmern und dann später noch was sie gemacht hat Vorträge über Haushaltschemie zu halten.
00:07:55: Und bei diesen Vorträgen ging es aber auch nicht um weitere Forschungen oder irgendwelche damaligen modernen Bereiche der Chemie an denen man geforscht hat wie zum Beispiel ihr Mann sondern es ging einfach lediglich darum, Hausfrauen zu informieren.
00:08:12: Was ist so die Haushaltsschämie?
00:08:14: Und da ging's jetzt nicht wirklich um das was sie auch interessiert hat.
00:08:19: Clara war und hat sich dabei auch immer mehr von ihrem Mann eingeengt gefühlt, ungerecht behandelt gefühlte und ist schließlich heutzutage aber noch ein Symbol für Feminismus dass sie sich in dieser Zeit auch aktiv dafür eingesetzt hat, dass junge Frauen Teil der Wissenschaft werden und eigene Forschungen durchsetzen, trotz staatlicher Hürden.
00:08:41: Und vor allem gesellschaftlichen Konventionen die sie damit durchbrochen hat.
00:08:47: Durch ihre wissenschaftliche Arbeit.
00:08:49: Kommen wir nun zu Kapitel drei der Vater des Gastkriegs.
00:08:55: Nach mehreren langfristigen Gründen wie beispielsweise der Kolonialismus in Afrika Wilhelms Platz an der Sondepolitik Die immermehr zu Streit mit anderen europäischen Großmächten wie Frankreich geführt hat in der Marokko-Krise, aber auch kurzfristigen Gründen.
00:09:15: Wie beispielsweise das Attentat des österreich ungerischem Drohnenfolgers und den damit verbundenen Blankoscheck an Österreich.
00:09:23: ungern Und die erste Weltkrieg steht vor allen Dingen für Materialschlachten Dafür, dass die Industrie großen Anteil an den Kriegsgeschehen nimmt und versucht mit neuen Waffenproduktionen den Krieg voranzutreiben.
00:09:38: Und das dabei moralische Werte in den Hintergrund gedrängt werden... ...und auch die Verhältnismäßigkeit von Waffen nicht mehr großartig reflektiert wird... ...blieb bereits am russisch-japanischen Krieg, four Ninzenhundert fünf.
00:09:54: Damals hat Japan mit modernster Waffentechnologie Russland.
00:10:01: Und diese modernen Waffensysteme wurden ebenfalls an der Westfront direkt eingesetzt.
00:10:07: Das Problem im Ersten Weltkrieg war jedoch, es gab schnell eine Partsituation, die man dann auch in Schützengräben gezeigt hat.
00:10:15: Auf der einen Seite lagen die Deutschen in den Schützen Gräben auf der anderen Seite das jeweilige Entente und Bündnis aus Frankreich und Großbritannien vor allen Dingen, die dort mit ihren Truppen eben schützen Grammlagen und versucht haben die deutschen Invasion abzuwehren.
00:10:31: Um jetzt den Krieg von einem Veranstaltungskrieg in einen Bewegungskriege umzuwandeln, hat die OHL also die oberste Heeresleitung der kaiserlichen Armee daran gearbeitet neue Waffen einzusetzen.
00:10:44: Anfangs haben wir überlegt okay man könnte jetzt einen Kampfzebelin einsetzen Man könnte mit Luftschiffen angreifen und man könnte versuchen Flammenwerfer einzusetzen.
00:10:55: Es wurde auch schnell an Panzersystem gearbeitet, da war vor allen Dingen Großbritannien dort noch überlegen, dass die deutsche oberste Heeresleitung überlegt wie man solche Waffen entwickeln könnte.
00:11:09: aber ziemlich schnell hat sich die Chemieindustrie in den Krieg eingemischt und dabei spielt Fritz Haber eine große Rolle.
00:11:18: Fritzhaber hat sich selbst in den Dienst des deutschen Militärs eingestellt Und das aus einem ziemlich einfachen Grund, und zwar es war ein tiefer Patriotismus der ihn angetrieben hat.
00:11:31: Haber waren nämlich überzeugt, dass wenn man mit neuen Waffen, mit Gaswaffen an der Westfront agiert, dass man damit den Krieg schnell beenden könnte und das Deutsche Kaiserreich zum Sieg verhelfend könnte.
00:11:46: Gemeinsam mit seiner Frau besuchte Fritz Haber eine Stelle in Köln wo junge Soldaten ausgebildet wurden und für den Gastkrieg vorbereitet wurden.
00:11:57: Dabei ist aber wichtig zu erwähnen, dass Clara immer war dieses Vorgehen radikal abgelehnte denn für sie galt Zitat die Perversion der Wissenschaft ist der Gas Krieg.
00:12:10: das heißt Sie hat vor allen Dingen sehr vor allem die menschenverachtenden Folgen des Gas Kriegs damals gesehen und hat gesagt Das ist für sie überhaupt nicht vereinbar.
00:12:19: Wissenschaft darf niemals dafür genutzt werden.
00:12:25: Fritz Haber hat auf seine Frau keine Rücksicht genommen, es war ihm schlichtweg einfach egal.
00:12:31: Er hat auch moralisch keine Abwägungen vorgenommen über die Folgen des Gaskrieges.
00:12:37: und schließlich hatte er dann am twenty-zwanzigsten April nineteenhundertfünfzehn als Leiter bei Ipern in Belgien persönlich den ersten Klogas-Einsatz der Geschichte überwacht.
00:12:53: Dabei konnte man eine gelbbrüne Wolke beobachten, die in den feindlichen Schützengräben sich bewegt hat.
00:13:02: und das Problem war es sind tausende französische Soldaten sind dabei gestorben konnten sie nicht verteidigen und konnten auch nicht mehr geheilt werden auf dem Schlachtfeld da sie keine Schutzvorkehrungen vor dem Giftgas hatten.
00:13:20: Es war komplett neu, man ist damit schutzlos ausgeliefert und man ist auch nicht davon ausgegangen auf Seite der Franzosen.
00:13:32: Nach diesem Einsatz fand eine Woche später eine Siegesfeier statt.
00:13:38: dabei hat auch Harmar teilgenommen den Gaskrieg als erfolgreich bezeichnet.
00:13:45: Man ist davon ausgegangen, der erste Weltkrieg ist jetzt schnell vorbei und dabei waren auch dort die Menschenleben, die dieser Kriege kostet hat, komplett egal.
00:13:57: also es sind dabei schon einhunderttausend Menschen in Qualvoll gestorben.
00:14:06: Nach dieser, letztendlich nach dieser Siegesfeier hat sich dann auch Clara Immerwahr seine Frau das Leben genommen mit seiner Dienstwaffe.
00:14:15: Denn für Clara Immerware war das im Prinzip mit das Schlimmste also dass ihr Mann damit gemacht hat und jetzt sogar sein wissenschaftliches Talent genutzt hat um letztendlichen Krieg voranzutreiben und das Kaiserreich so weit zu unterstützen.
00:14:32: In Stellungnahmen zu dem Tod seiner Frau ist auch Fritz Haber immer wieder kalt geblieben, ist auch wenig emotional auf ihre Gründe eingegangen um sie jetzt zu verstehen oder auch wie sich wahrscheinlich gefühlt hat mit ihm als Ehemann der sie wenig respektiert hat und auch die Gesellschaft die sich nicht sonderlich um sie gekümmert hat sondern es ging vor allen Dingen um seinen Erfolg und um seine Stellung im Kaiserreich.
00:14:57: Und so hat er kurze Zeit später nach dem Klorgas Einsatz an weiteren noch gefährlicheren Gasen geforscht, wie zum Beispiel Forsgehen das auch direkt an der Front eingesetzt wurde.
00:15:08: Denn das Problem war die andere Seite also die Entente mit französischen Soldaten haben genauso Giftgas eingesetzt und die OHL forderte somit noch radikalere Lösungen damit zunehmenden Kriegsgeschehen die deutschen Soldaten kriegsmüde wurden und vor allen Dingen die deutsche Marine gegen die britische Marine als Unterlegen galt.
00:15:29: Außerdem konnten wichtige Stellungen vor Entscheidungsschlachten, wie beispielsweise in Werder an wichtigen Hügelpositionen langsam nicht mehr gehalten werden.
00:15:40: Somit wurden auch anfängliche Vorteile immer mehr dahin fällig.
00:15:46: Nach Kriegsende flohhaber in die Schweiz denn in Deutschland drohte ihm eine Auslieferung da er von den Alliierten als Kriegsverbrecher wie viele weitere Wissenschaftler und hochrangige Soldaten gesucht wurde.
00:16:02: Doch aber geht es nicht lange in der Schweiz, er heiratete dort und dann zog es ihn auch nach Berlin.
00:16:08: Im Norden Deutschlands forschte er an neuen Ideen gar wahnsinnigen Ideen wie man vielleicht jetzt Gold gewinnen könnte oder wertvolle Materialien um die Kriegs Schulden von Deutschland zu begleichen.
00:16:23: Also hat auch dort wieder an den Patriotismus hat ihn angetrieben Denn er wollte ja jetzt dafür sorgen, dass man die Milliarden, die Deutschland zahlen musste im Folge des Versaiervertrags.
00:16:34: Dass man diese irgendwie begleichen konnte.
00:16:37: Das ist ihm natürlich nicht gelungen und in der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Fritz Haber dann letztendlich fliehen.
00:16:46: Denn er selber hatte eine jüdische Herkunft und er ist dann auch wieder zurück in die Schweiz geflogen genauer gesagt nach Basel und dort ist er dann auch schon ein Jahr später am neunundzwanzigsten Januar, nineteenundvierunddreißig in Basel verstorben.
00:17:03: Kommen wir nun zum dritten Kapitel Karl Bosch und die EG-Farmen.
00:17:09: Während Fritz Haber nach Ende des Ersten Weltkriegs in die Schweiz fliehen muss als gesuchter Krisverbrecher wird Karl Bosz vor allen Dingen politisch populär In der Gesellschaft indem er Teil an den Verhandlungen zum Versailles vertrag hat.
00:17:24: Jetzt könnte man natürlich meinen, was hat denn ein Chemiker mit Politik zu tun?
00:17:28: In der damaligen Zeit wurde auch, na ja beim Pfizer Vertrag eigentlich Politiker von vor allen Dingen der Zentrums und SPD-Partei teilgenommen haben.
00:17:37: Aber dabei darf man die wirtschaftliche Komponente nicht vergessen!
00:17:41: Denn die Siegermächte aus dem Ersten Weltkrieg wollten
00:17:45: v.a.,
00:17:46: dass die neu entstandene Weimarer Republik klein gehalten wird und das hatten vor allen Dingen diese Idee kam vor allem aus der französischen Seite, dass man, dass es nie wieder zu einem Weltkrieg kommen sollte in dem es eine gewisse Kontrolle gibt.
00:18:00: Und diese Kontrolle die sollte v.a.
00:18:01: wirtschaftlich entstehen und dabei sollten sämtliche Unternehmen zerschlagen werden kontrolliert werden und dadurch natürlich auch eine gewiss Abhängigkeit von der deutschen Industrie ins Ausland entstehen, damit man letztendlich gesellschaftlich und nicht unabhängig agieren kann.
00:18:19: Karl Bosch hat sich dafür eingesetzt, dass letztendlich auch die BRSF damals als Chemiekonzerne nichts erschlagen wird und auch sämtliche Chemie Konzerne damals existieren konnten.
00:18:30: Und auch in ihrer Produktion weitestgehend selber entscheiden konnten wie sie jetzt produzieren oder auch selber agieren konnten!
00:18:49: Aufsichtsratsvorsitzender und man muss sich vorstellen, bei den IG-Farben es soll eines der größten damaligen Unternehmen weltweit werden.
00:18:58: Und das ist praktisch ein Zusammenschluss aus mehreren Unternehmen wie zum Beispiel der BRS F, Bayer & Höchst.
00:19:06: Sie produzieren verschiedene Produkte.
00:19:10: ab zu beginnen also von Farbstoffen bis hin zu Medikamenten Kunststoffe und synthetischen Couchshock sind es verschiedene Produkten die von der IG-Farben hergestellt werden.
00:19:22: Und die Zusammenarbeit mit dem NS-Regime ist zu Beginn erstmal sehr unterschiedlich, also es gibt Teile der IG Farbenfunktionäre, die schon frühzeitig die Nationalsozialisten bei Wahlkampfanstaltungen beispielsweise finanzieren und damit auch aktiv unterstützen.
00:19:41: Im Fall von Karl Bosch aber ist es so dass er sich erst einmal vorsichtig gezeigt hat.
00:19:47: Er hat sich auch gegen die Nationalsozialisten ausgesprochen, zu Beginn.
00:19:51: Er hatte nämlich bei der Machtübernahme, in den Jahr neunzehnunddreißig, angemerkt, dass es sehr schwierig werden könnte für die Chemieindustrie wenn man jüdischen Forschern nicht mehr Teilnahme gewährt also an der Gesellschaft und dem gemeinsamen Forschen und das es auch schwierig sein könnte für diese Wirtschaft.
00:20:12: So hat er auch versucht... aktiv bei hohen NS-Posten, wie beispielsweise bei Heinrich Himmler oder auch Adolf Hitler.
00:20:20: Dafür zu werben dass man die Chemieindustrie weiter unterstützt aber trotzdem Juden nicht ausgrenzen diesen Bereich.
00:20:28: und dabei ist natürlich seine damaligen Vorstellungen gescheitert.
00:20:34: und letztendlich hat sich auch das Verhältnis der IG Farben zu den Nationalsozialisten zunehmend geändert Denn die IG-Farben hat auch einige Aufträge von den Nationalsozialisten bekommen und wurde damit auch stark subventioniert.
00:20:48: Und während dem Zweiten Weltkrieg nahmen die IG Farben eine zentrale Stellung innerhalb der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft ein, denn das Problem war es fehlte an synthetischem Kautschuk, der auch Buna genannt wurde.
00:21:02: Der wurde für alle möglichen Prozesse in der Kriegs Wirtschaft benutzt Und es gab eine eingeschränkte Verfügbarkeit mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, da die deutsche Wirtschaft immer mehr isoliert wurde.
00:21:18: Dieser synthetische Kautschuk sollte jetzt wirtschaftlich neu hergestellt werden und diese Zusammenarbeit führt zu einer weiteren Verflechtung zwischen einerseits der IG-Farben und der nationalsozialistischen Politik.
00:21:31: Und in den vergangenen Jahren hat die eigene Brunnerproduktion noch gereicht.
00:21:36: Jedoch nach dem Westfeldzug, verscherfte sich für das NS-Regime das Problem der Rohstoffversorgung mit Boone.
00:21:44: Die deutsche Kriegswirtschaft war stark von importierten Rohstoffen abhängig.
00:21:48: Diesen waren aber durch Sehblockaden in ihrer Verfügbarkeit stark eingeschränkt.
00:21:54: Die EFhaben sollten dabei ihre Produktionskapazitäten noch weiter ausweiten.
00:22:03: folgte durch eine neue große Industrieanlage.
00:22:06: Bei der Wahl des Standorts spielten vor allen Dingen strategische Überlegungen eine wichtige Rolle, die neuen Werke sollten möglichst vor westlichem alliierten Luftangriff geschützt werden aber gleichzeitig auch mit Energie und Rohstoffen versorgt werden und in der Nähe von einem Fluss liegen damit auch der Wasserzugang für die einzelnen Werke beispielsweise für Kühlungen direkt gewährleistet ist.
00:22:31: Deshalb wurde als Standort unter anderem auch ein Werk näher von Auschwitz gewählt, dem Konzentrationslager.
00:22:38: Es lag abgelegen an einem Fluss und es befand sich auch in der Nähe eines Kohlevorkommens.
00:22:45: Gleichzeitig befand das Lager auch unmittelbar aus der Reichweite britischer Bombe.
00:22:50: Für den Bau des Brunerwerks in der Nähre von KZ-Auschwitz mussten viele kz-Heftlinge Zwangsarbeit leisten – unter extrem schlechten Bedingungen.
00:23:00: Die Arbeiter waren sehr unterernährt, körperlich stark belastet, Krankheiten ausgesetzt und es gab allgemein eine hohe Sterblichkeit da viele Heflinge aus der Kombination von Zwangsarbeit, Hunger und Krankheiten gestorben sind.
00:23:15: Und das Problematische dabei ist dass die IG-Farben die Arbeitskraft der Häftlinge genutzt hat um ihre Produktion von synthetischem Couchhook voranzutreiben und anderen kriegswichtigen Produkten aber sich dabei unter keinen Umständen für die Heftlinge eingesetzt hat, sondern den NS-Staat aktiv unterstützt hat und somit auch den NS Staat vorangetrieben hat.
00:23:39: Carl Bosch selbst erlebte die späteren Verbrechen der IG-Farben nicht mehr mit – er starb bereits neunundvierzig.
00:23:47: Dennoch beteiligten sich Mitarbeiter und Kollegen aus seinem Umfeld später an der Tätigkeit des Konzerns im Nationalsozialistischen Deutschland.
00:23:57: Die chemischen und industriellen Entwicklungen, an denen Bosch maßgeblich beteiligt gewesen war wurden für die Ziele der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft genutzt.
00:24:07: Und auch die wissenschaftlichen Entwicklungen von Fritz Haber wurden später von den Nationalsozialisten missbraucht.
00:24:14: Haber, der wir ja erfahren habt jüdischer Herkunft war und Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsoziellisten verlassen musste hatte bereits im Ersten Weltkrieg die Entwicklungen und den Einsatz chemischer Kampfstoffe vorangetrieben.
00:24:32: Seine Arbeiten wurden von den Nationalsozialisten und ehemaligen Mitarbeitern von Fritz Haber weiterentwickelt, es entstand das Zyklon Begas als ehemaltiges Schädlingsbekämpfungsmittel.
00:24:45: Nach dem Zweiten Weltkrig übernahm die Alliierten die Kontrolle über die IG Farben.
00:24:51: Diese wurde dann auch aufgelöst, wurde später wieder in ... in die höchst AG beziehungsweise auch BASF und Bayer.
00:24:59: Und es kamen dann zu den sogenannten IG-Farbenprozessen.
00:25:04: Genau, dabei hat man versucht die Führung der IG Farben also Aufsichtsräte bzw.
00:25:10: auch Manager insgesamt... ...dreifundzwanzig Personen vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen.
00:25:17: Ihnen wurden verschiedene Punkte vorgeworfen v.a.
00:25:20: wirtschaftliche Gründe, dass sie andere Unternehmen ausgebeutet haben dass sie die nationalsozialistische Kriegswirtschaft unterstützt haben.
00:25:28: Aber man merkt, wenn man sich die juristische Aufarbeitung genauer anschaut das diese eigentlich im Vergleich dazu sehr milde ausfiel.
00:25:36: aber es wurden von den Dreiundzwanzig Angeklagten einige freigesprochen dann gab's natürlich auch Haftstrafen.
00:25:43: diese wurden dann aber auch schon in den Neunzehn-Fünfzigern wieder freigelassen.
00:25:47: und ja das ist halt heutzutage noch sehr umstritten, weil man eben sagen muss aus heutiger Sicht es gab sehr viele im Aufsichtsrat in den verantwortlichen Positionen die genau von den Konzentrationslagern wussten.
00:26:00: Von dem Massenmord und sich trotzdem daran beteiligt haben und letztendlich freigesprochen wurden oder mit milden Strafen davon gekommen
00:26:08: sind.".
00:26:09: Und das zeigt auch dass Spannungsfeld dieser historischen Debatte denn einerseits wurde die Wirtschaftliche Macht der IG-Farben zerschlagen würde aufgeteilt in verschiedene kleinere Unternehmen, die heutzutage auch noch unterschiedlich agieren.
00:26:24: Andererseits wurde aber die individuelle Verantwortlichkeit von einzelnen Personen kaum bestraft.
00:26:30: Dass zum Beispiel manche Manager genau wussten was in den Konzentrationsplaggern abläuft und aktiv sogar schon den Wahlkampf der Nationalsozialisten vor ihrer Machtübernahme unterstützt haben.
00:26:42: Hier sind wir jetzt so ziemlich beim letzten Punkt dieser Folge Und zwar kommen wir zurück zu dem Titel Genie und Wahnsinn, denn ich würde sagen Wissenschaft muss auch irgendwie moralisch und verantwortungsvoll sein.
00:26:57: Ich würde mich da persönlich eher klarer immer wahr anschließen dass einerseits es braucht wissenschaftliche Neugier aber diese sollte immer mit ethischer Verantwortung verbunden sein.
00:27:08: also man kann nicht einfach nur forschen nach eigenem Interesse nach eigenen Zielen die Menschen und soziale Aspekte vernachlässigen.
00:27:18: Deswegen tragen Wissenschaftler auch immer eine Verantwortung, was sie entdecken, was sich entwickeln und auch wie ihre Erkenntnisse von der Politik eingesetzt werden können.
00:27:28: Und ich würde sagen gerade die Geschichte von Fritz Haber Karl Bosch und eben dann auch der IG-Farben wo auch Ideen der beiden weitergetragen wurden das zeigt uns dass wissenschaftlicher Fortschritt heutzutage auch moralische Grenzen hat und wir heutzutage auch debattieren müssen, ob gewisse Eingriffe, ob das ethnisch korrekt ist.
00:27:49: Und da würde mich mal eure Meinung interessieren... Was sagt ihr eigentlich dazu?
00:27:53: Würdet ihr sagen dass Wissenschaft auch irgendwo immer moralisch sein muss?
00:27:59: Und damit vielen Dank fürs Zuhören!
00:28:01: Ich hoffe ihr konntet ein paar spannende neue Informationen gewinnen.
00:28:05: und bis dann!
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